Virtual Staging mit Maß & Ziel

Bestandsimmobilie oder Traumwelt? Virtual Staging als Chance & Risiko

Das digitale Möblieren & Verbessern von Immobilienfotos mithilfe von künstlicher Intelligenz ist ein Trend, der in erster Linie begeistert. Was Renderings bei Neubauprojekten sind, nämlich das Zeigen, wie die Immobilie aussehen könnte ist dank KI nun auch für den Bestand möglich. Bei dieser Art der Präsentation ist jedoch auch Vorsicht geboten: Schließlich will man seine Interessenten bei der Besichtigung wohl kaum mit der Realität, den Status Quo der Immobilie enttäuschen – wir verraten Ihnen, worauf Sie achten sollten.

Traumschloss oder doch eher renovierungsbedürftig?
Immobilien mit Potenzial

Standardfloskeln wie “Immobilie mit Potenzial” oder “ideal für Heimwerker” verraten oft den Kern einer Immobilie am Markt – dass sie schon etwas in die Jahre gekommen ist oder gar eine Kernsanierung die beste Option ist, sie wieder flott zu machen. Dabei ließ sich das Ausmaß der Schönheitsfehler einer Immobilie oft schon an den Immobilienfotos erkennen. Wenn der Preis hingegen passte und man über das genannt nötige handwerkliche Geschick verfügte, waren solche Potenziale oftmals jedoch per se kein Mangel (außer spätere Sachverständigengutachten behaupteten das Gegenteil).

Seit künstlicher Intelligenz leben wir jedoch zunehmend in einer Welt des Scheins: Die Immobilie in Inseraten, Social Media Postings & Co. sieht einfach nur top aus: Neue Küche, modernstes Badezimmer, neuwertig glänzender Parkettboden,… – ein Traumschloss zum Schnäppchenpreis, das muss besichtigt werden. Bei der Besichtigung dann die Ernüchterung: War diese “Bruchbude” wirklich die Immobilie, in die man sich online verliebt hat?

Wem man dieses “Luftschloss” an Traumimmobilie zu verdanken hat? Der künstlichen Intelligenz, die das Immobilienbild digital möbliert & verbessert hat! Wobei: Ist bei genauerer Betrachtung nicht eigentlich der Immobilienmakler “Schuld”, der hier willkürlich mit den Erwartungshaltungen von Interessenten gespielt hat?

Erwartungshaltungen übertreffen statt enttäuschen
Mit Künstlicher Intelligenz an Ihrer Seite

Um die Frage zu klären, wie ein virtual Staging mit KI für Interessenten Mehrwerte schaffen kann, statt sie bewusst zu täuschen, sollte man sich erstmal mit den Erwartungshaltungen von Interessenten beschäftigen. Diese variieren nämlich vom Neubauprojekt zur Bestandsimmobilie deutlich. Liest man von einem Neubauprojekt mit klaren Worten wie “Baubeginn am XY” oder “geplante Fertigstellung am XY”, wird Interessenten schnell klar, dass es sich bei den gezeigten Bildern nur um Architekturrenderings handeln kann, nicht um reale Bilder. Bestandsimmobilien existieren hingegen schon und hier liegt die Krux an der Sache: Dadurch erwarten Interessenten in erster Linie auch reale Bilder der Immobilie, so wie sie auch später bei der Besichtigung aussieht.

Sind dazwischen klar gekennzeichnete KI-Renderings davon, was man aus der Immobilie machen kann, stellt das wohl für jeden Interessenten einen klaren Mehrwert dar – schließlich wird einerseits transparent mit dem aktuellen Zustand der Immobilie umgegangen, andererseits dazu inspiriert, sich selbst ein stilvolles Zuhause aus der Immobilie zu schaffen. So wird künstliche Intelligenz richtig eingesetzt zum Mehrwert, statt zum Feind, Erwartungshaltungen werden übertroffen, statt enttäuscht und am Ende ist die Immobilie kein Blendwerk an mehr Schein als Sein, sondern genau das, was bereits in vielen Inseraten steht: Eine Immobilie mit Potenzial.

Realistisch ist nicht gleich Realität
Ziehen Sie eine klare Linie

Dass man Immobilienfotos für Inserate aufhübscht, um so mehr Interesse an der Immobilie zu erzeugen, war schon vor KI nichts Neues: Weitwinkel lässt Räume größer wirken, Belichtungs-, Weißabgleichs- & Kontrastkorrekturen sorgen ebenso für ansprechende Bilder, wie auch ein blauer Himmel oder die Korrektur stürzender Linien. Das Ziel eines realen Immobilienbildes ist immer eine realitätsnahe Erfassung, die auch bei der Besichtigung punktet. Während das Entfernen von störenden temporären Objekten, wie Mülltonnen, Autos, Bauzäune, Müll oder persönliche Objekte durchaus erlaubt ist, fällt hingegen das Entfernen von festen Bestandteilen der Immobilie, wie etwa Heizkörper genauso unter bewusste Täuschung, wie das Hinzufügen von Objekten, wie etwa ein Kamin oder eine Tür an einer Stelle, wo in der Realität keine(r) ist.

Diese Irreführung kann von Interessenten als bewusste Täuschung ausgelegt werden und kann auch rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Behebbare Mängel, wie etwa vermooste Einfahrten, verwilderte Gärten, eine veralgte Fassade oder Flecken, die auf Feuchtigkeitsschäden hinweisen, lohnen sich immer in der Realität zu beheben, da sie spätestens bei der Besichtigung negativ auffallen.

Warum dann überhaupt noch auf KI-Renderings setzen, werden Sie sich fragen. Tatsache ist, dass virtual Staging, auch wenn noch so realistisch aussehend nie den Anspruch erheben sollte, eine realitätsnahe Darstellung der Immobilie zu ersetzen, eher sie zu ergänzen und das insbesondere klar gekennzeichnet.

Virtuelle Ergänzung der Realität
KI richtig gekennzeichnet

Als Ergänzung zu realen Immobilienfotos eignen sich KI-Renderings durchaus in Ihren Inseraten & Social Media Postings. Die Anwendungsfälle können hier ganz unterschiedlich sein: Unser KI-Modus Schönes Wetter etwa zaubert blauen Himmel & Sonnenschein in echte Immobilienfotos – kann sohin gehend auch ein Ersatz für echte Immobilienfotos sein. Von dem Modus “leeren Raum einrichten” profitieren leere, unmöblierte Immobilien, während “Stil ändern” möblierte Räume neu möbliert – beides nach den jeweiligen Stilwünschen Ihrer Zielgruppe.

Während das Hinzufügen beweglicher Objekte (Möbel & Dekoration) eine Inspiration zur Einrichtung sein kann (die zu verkaufende Immobilie ist ohnehin meist unmöbliert), ist das Verändern wesentlicher Immobilieneigenschaften, wie etwa Fußboden, Wandtexturen, Einbauküchen oder Badezimmereinbauten noch einmal sensibler, da diese im Ist-Zustand mit der Immobilie mit verkauft werden. Hier sollte daher unbedingt ein reales Immobilienfoto mitgegeben werden, um den aktuellen Zustand zu sehen.

Um klar zu zeigen, dass es sich bei den erstellten Bildern um KI-generierte Änderungen handelt, werden alle Bilder bei uns standardmäßig mit einem KI-Hinweis am unteren rechten Bildrand versehen. Bei Social Media Postings empfehlen wir zudem, das KI-Label auf Facebook, Instagram oder TikTok zu aktivieren, da eine Kennzeichnung gemäß European AI Act ab August 2026 verpflichtend ist. Diese Maßnahme der Kennzeichnung zeigt Interessenten in erster Linie zwar, dass die Darstellung nicht der Realität entspricht, jedoch nicht, in welchem Ausmaß verändert wurde – weshalb Originalbilder immer noch relevant sind.

Das Klassische Vorher/Nachher
Immobilien mit KI richtig in Szene gesetzt

Richtig gemacht kann virtual Staging mit KI eine Quelle der Inspiration für Ihre Interessenten sein. Der Trick ist, dass Ihre Interessenten die Bilder auch als solches wahrnehmen und eben nicht als Abbildung der Realität. Die beste Möglichkeit, das auf Ihrer Website umzusetzen ist ein klassisches Vorher/Nachher mit einem Slider, der sich entsprechend verschieben lässt, was auch entsprechend für eine Bildgalerie umsetzbar wäre. Bei externen Seiten, wie etwa Immobilienportalen gibt es hier derzeit keine Wahlmöglichkeit: Daher empfiehlt es sich, die Bilder so in die Reihenfolge zu setzen, dass entweder zuerst alle KI-generierten Inhalte (klar gekennzeichnet) kommen und dann die realen Immobilienbilder oder aber immer abwechselnd.

Ähnlich verhält es sich bei den klassischen Bildercarousel-Postings auf Sozialen Medien: Entweder Sie geben 2 Bilder auf eine Slide (indem Sie etwa das Originalbild als kleines Overlay in eine Ecke stellen) oder Sie wechseln entsprechend ab, indem Sie zuerst das KI-generierte Virtual Staging zeigen und dann das reale Pendant. Entscheiden Sie sich hingegen dazu, die realen Immobilienbilder erst auf Ihrer Website oder im Exposé zu zeigen, stellen Sie sich auf eine entsprechend (je nach Umfang der Veränderungen) höhere Absprungrate an diesen Punkten ein – was immer noch besser ist, als Interessenten erst bei der Besichtigung selbst mit der realen Immobilie zu konfrontieren und Ihnen ein höheres erstes Interesse bei Werbeanzeigen verschaffen dürfte.

Mit Maß & Ziel ein echter Mehrwert
KI für Immobilienbilder

Was aus diesem Artikel hervorgehen sollte ist, dass virtual Stagings bei Bestandsimmobilien in erster Linie enormen Mehrwert haben – wenn man sie richtig einsetzt. Als Ergänzung zu realen Immobilienbildern können sie etwas liefern, dass es bisher für Interessenten so nicht gab: Inspiration, wie sie aus einer Immobilie ein Traumzuhause schaffen können.

Einzig gilt es beim Einsatz die Balance zu halten zu vorsätzlicher Irreführung und Verschleierung des realen Status-Quo der Immobilie. Die Kennzeichnung KI-generierter Bilder (wie auch Videos) ist hier in jedem Schritt der Customer Journey ein Must-Have. Die zentrale Frage der Interessenten, wie die Immobilie wirklich aussieht, sollte mit Hilfe realer Immobilienbilder immer, wirklich immer schon vor der Besichtigung beantwortet werden können – in welcher Form Sie dies umsetzen, bleibt Ihnen überlassen.

Starten Sie mit diesem Gedanken im Hinterkopf, steht einer Verschönerung Ihrer Immobilie mithilfe unserer umfassenden & intuitiven KI-Lösung nichts im Wege und Ihre Interessenten werden es sicherlich wertzuschätzen wissen, dass hinter den Worten “Immobilie mit Potenzial” visuelle Mehrwerte stehen.

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