Perfekte Immobilienfotos mit dem Smartphone

Unsere Tipps & Tricks für die perfekten Smartphone-Fotos

Immobilienfotografie will gelernt sein. Wer hier nicht auf Profiequipment setzt oder etwa externe Fotografen beauftragt, landet meist beim Alleskönnertool schlechthin: Dem eigenen Smartphone. Was dabei für manche Immobilieninserate herauskommt ist dabei je nach eigenem Können unterschiedlich. Mit unseren einfachen Profitipps kommen Sie zu qualitativ hochwertigen Aufnahmen, die von professionellen Kamerafotos kaum noch zu unterscheiden sind.

Richtige Vorbereitung ist die halbe Miete
Wie Sie Immobilien fototauglich machen

Der Schlüssel zu perfekten Immobilienfotos ist das Licht: Schalten Sie daher immer (auch bei strahlendem Sonnenschein) alle Lichter in der Immobilie an, öffnen Sie alle Vorhänge, Jalousien, Rollos & Co. Keine Sorge, wenn das Wetter draußen nicht mitspielt, mit unserem KI-Schönwettermodus ist in der Nachbearbeitung rasch & vollkommen automatisch für schönes Wetter in der Immobilie gesorgt.

Nachdem also überall Licht herrscht, geht es um den Zustand der Immobilie. Wenn Sie Ihren Verkäufern/Vermietern vorab Bescheid geben, was Ihnen wichtig ist, ersparen Sie sich hier die Arbeit. Grundsätzlich sollte die Immobilie im bestmöglichsten Zustand präsentiert werden. Dazu zählen:

  • kein Müll oder Umzugskartons sichtbar in der Immobilie
  • keine Putzmittel & Co. offen in der Küche oder im Bad
  • keine Wäscheständer
  • sauber gemachte Betten
  • geschlossene Toilettendeckel (und bitte auch keine Katzenklos)
  • aufgeräumte Garderoben & offene Schuhregale
  • geputzte Fenster

Ein weiterer wichtiger Punkt für das Wohlfühlzuhause für neue Interessenten ist auch, dass die Wohnungen möglichst entpersonalisiert werden. Dazu zählt, dass man Eigentümer bittet, Familienfotos und auch religiöse Objekte (wie Kruzifixe) zu entfernen. Ist das erledigt, kann es auch schon losgehen.

Bloß nicht auf Augenhöhe
Die ideale Höhe finden

Halten Sie Ihr Smartphone ca. auf Brusthöhe, um den Raum noch größer wirken zu lassen, können Sie sich auch hinknien und das Smartphone dann etwas höher als Augenhöhe halten. Achten Sie darauf, Ihr Smartphone nicht nach vorne oder hinten zu kippen und drehen Sie sich mit dem Smartphone nach rechts oder links. In der Theorie klingt das recht einfach, in der Praxis geht das oft mit Verrenkungen mit sich. Ziel ist es in jedem Fall, die Räume (egal welchen Raum) so groß wie möglich erscheinen zu lassen.

Wenn Ihnen das gerade Halten auf Brusthöhe schwerfällt, können Sie auch für’s Smartphone auch jederzeit ein Stativ nutzen. In den Einstellungen unter Kamera lässt sich zudem auf allen iPhone & Androidgeräten ein Raster & die Wasserwage einblenden, mit denen das gerade Fotografieren deutlich leichter fällt.

Vom Anfänger zum Meister
Die richtige Bildtechnik gibt bessere Qualität

Vermeiden Sie den digitalen Zoom und den Blitz da dieser die Qualität der Aufnahme deutlich verschlechtert. Wie bei einem Fixbrennweitenobjektiv auf der Kamera heißt es hier: Fußarbeit ist auch eine Art des Zooms – nur eben manuell.

Wer sich in der Bildentwicklung auskennt, kann auch gerne im RAW-Format am Smartphone fotografieren – für noch bessere Ergebnisse bzw. um bei der späteren Bearbeitung mehr Spielraum zu haben. RAW ist eine große, unveränderte “digitale Negativ”-Datei mit maximalen Bildinformationen, die eine flexible Nachbearbeitung ermöglicht, während JPEG eine komprimierte, kleinere Datei ist, die bereits in der Kamera entwickelt wurde und sofort teilbar ist. Der Vorteil von RAW ist, dass Weißabgleich, Belichtung usw. später flexibler anpassbar sind, die Farbtiefe (12 oder 14 Bit pro Farbkanal in RGB) deutlich höher ist als bei JPEG (8 Bit pro Kanal) und ein größerer Dynamikumfang gegeben ist, der mehr Details in hellen & dunklen Bereichen zeigt. Der Nachteil ist, dass diese weit größeren Bilddateien im RAW-Format im Anschluss erst entwickelt werden müssen z.B. mit Adobe Lightroom, um sie anschließend auf JPEG umzuwandeln, während JPEG-Dateien sofort lesbar sind, da die Komprimierung/Entwicklung bereits am Smartphone stattgefunden hat.

Eine Zwischenlösung sind die sogenannten HEIF-Formate (auf iPhones HEIC). Diese Dateien sind im Vergleich zu JPEG-Dateien speichereffizienter und daher in der Regel qualitativ besser, da sie eine höhere Farbtiefe (bis zu 16 Bit je Smartphonekamera) ermöglichen. Sie sind allerdings nicht in jedem Programm lesbar oder verarbeitbar.

In unserer Foto-Beautification ist es derzeit nur möglich, JPEG-Dateien zu bearbeiten, allerdings planen wir in der Zukunft, auch die Bearbeitung von RAW-Dateien bzw. auch HEIF-Dateien anzubieten.

Ein weiterer wichtiger Punkt, den kaum jemand kennt ist der HDR-Modus am Smartphone. Dadurch werden unterschiedliche Belichtungszeiten für helle & dunkle Bildbereiche verwendet. Dieser Modus sollte eigentlich standardmäßig eingeschaltet sein, wobei es sich vor allem dann lohnt, wenn die Sonne extrem in einen Teil des Bildausschnitts scheint, während der andere eher dunkel bleibt.

Visuell perfekte Bilder Komponieren
Die ideale Bildkomposition

Achten Sie dabei auch auf stürzende Linien: In Ihrem Bild finden sich rechts wie links Orientierungslinien wie z.B. ein Türrahmen oder eine Wand. Diese Linien sollten auf beiden Seiten vertikal gerade nach unten fallen und nicht schief sein. Zu 100% gelingt das zwar nicht immer, aber das lässt sich später auch perspektivisch leicht korrigieren. Wenn Sie im Bild zumindest eine gerade vertikale & eine gerade horizontale Linie haben, ist das schon mal ein guter Anfang. Das eingeblendete zuvor erwähnte Raster aus den Kameraeinstellungen hilft Ihnen dabei.

Für die Bildkomposition weiters wichtig ist die Drittelregel: Die Decke sollte nicht mehr als ⅓ Ihres Bildes einnehmen. Aber auch große Möbelstücke & Highlights der Immobilie sollten nie mittig sein, sondern sich im rechten oder linken Drittel des Raums befinden. Hierfür ist es am besten, wenn Sie diagonal in einen Raum hineinfotografieren. Das Bildraster für die Kamera teilt hier den Bildausschnitt schon automatisch in die Drittel ein, sodass die Platzierung leichter fällt.

Bei kleinen Räumen ist das diagonal Fotografieren am schwierigsten & auch mit viel Verrenkung verbunden. Hier ist Ihre Kreativität gefragt: Ein kleines verwinkeltes Badezimmer wirkt am besten aus der Ecke, in der die Badewanne steht? Dann setzen Sie sich auf den Badewannenrand, lehnen sie sich so weit wie möglich nach hinten (ohne in die Badewanne zu fallen), halten Sie das Smartphone auf Brusthöhe & los geht’s. Im Allgemeinen kann man sagen, wenn Sie sich so tief wie möglich in eine Ecke des Raumes pressen, entstehen meist die besten Bilder.

Die Qual der Wahl beim medium
Hoch- oder Querformat?

Ob Hoch- oder Querformat hängt von dem verwendeten Medium ab: In den meisten Fällen (Website, Exposé & Co.) empfehlen wir reine Querformatbilder im 4:3-Format, alternativ funktioniert auch 16:9.

Das Problem beginnt jedoch, wenn Sie in sozialen Netzwerken posten bzw. Werbeanzeigen schalten möchten. Bei Instagram z.B. braucht man verpflichtend Bilder im Hochformat. Für Stories & Reelcovers das 9:16 Format (1080x1920px), für Postings zumindest das Format 4:5 (1350 x 1080 px), wenn nicht sogar 3:4 (1080 x 1440 px – Achtung funktioniert derzeit noch nicht über die Meta Business Suite und auch noch nicht für gesponserte Beiträge). Facebook & LinkedIn sind hier gnädiger, dort funktionieren auch horizontale Bilder im 1.91:1 Format (1080 x 566 px bzw. 1200 x 627 px).

Als Pi mal Daumen Regel kann aber gesagt werden, dass es für Social Media immer Hochformatbilder braucht. Da beschnitte Immobilienbilder von Querformat zu Hochformat meistens nicht gut aussehen (abgesehen vom massiven Qualitätsverlust), sollten Sie aus jedem Blickwinkel der Immobilie min. zwei Bilder machen, eines im Querformat für Ihre Website & Ihr Exposé und eines im Hochformat für Ihre sozialen Medien.

Stellen Sie für Hochformatbilder unbedingt auch die Standardbildgröße der Kamera um von 3:4 auf 16:9, um die Bilder verlustfrei auch als Stories verwenden zu können, beachten Sie jedoch den Verschnitt für die anderen Größen.

Ein profitipp zum schluss
Stürzende Linien im Außenbereich vermeiden

Speziell bei höheren Gebäuden haben Sie du oft stürzende Linien in Ihren Outdoorfotos. Das liegt daran, dass Sie perspektivisch zu tief unten stehen, wodurch sich die Linien eines Gebäudes quasi wie eine Pyramide nach oben ziehen.

Die einzige Möglichkeit, um das wirklich vollkommen zu vermeiden ist es, eine Drohne auf halber Höhe zum Gebäude nach oben fliegen zu lassen, um dann das Foto zu machen. Aber natürlich hat nicht jeder Immobilienmakler eine Drohne (und den dazu nötigen Führerschein). Schießt man das Foto einfach so aus seinem Standpunkt und versucht, die stürzenden Linien in der Nachbearbeitung zu transformieren, entsteht schnell aus einem mehrstöckigen Gebäude ein Bungalow, da das Bild zu stark verzerrt und damit plattgedrückt wird.

Eine Möglichkeit, diese stürzenden Linien zumindest zu verbessern ist folgende: Versuchen Sie, mehr Spielraum zu gewinnen, indem Sie sich auf einen nahen Hügel oder eine Anhöhe stellen, auch halbhohe Betonmauern funktionieren hier hervorragend. Stellen Sie sich außerdem so weit weg vom Gebäude, dass Sie dieses voll auf Ihren Bildausschnitt bekommen, gleichzeitig aber nicht zoomen müssen.

Dann nehmen Sie Ihr Smartphone normal vertikal in die Hand, stellen den Panoramamodus ein und drehen es anschließend auf den Kopf. Jetzt fahren Sie langsam & vorsichtig von unten (ca. Ihre Kniehöhe) nach oben (so weit, wie Sie sich strecken können). So sind die stürzenden Linien zumindest verbessert. Das ganze funktioniert natürlich auch im Querformat, achten Sie aber auch hier darauf, dass die linke Kameraseite unten ist.

Übung macht den meister
Bald bekommt man sein eigenes Gespür

Fotografie ist, wie viel im Leben eine reine Übungssache. Je mehr Sie sich mit einem Bild beschäftigen, umso besser wird es. Der wichtigste Rat für jeden Immobilienmakler, der selbst Bilder macht ist im Grunde: Zeit nehmen statt schnell knipsen.

Denn oftmals dauert sonst die Nachbearbeitung eines Bildes länger, als die Zeit, die man dafür gebraucht hätte, es besser zu fotografieren. Wenn Sie Ihre Bilder im Nachhinein am PC im Vollformat kritisch betrachten, lernen Sie auch viel für künftige Bilder und bekommen irgendwann ihr eigenes Gespür. Gehen Sie einfach diese Fragen durch:

  • Ist das Bild scharf & richtig belichtet bzw. brennt jedes Licht?
  • Gibt es irgendwo störende Objekte, die leicht entfernt werden hätten können?
  • Sind die vertikalen & horizontalen Linien im Bild gerade?
  • Sind die wichtigsten Objekte im Bild nach der Drittelregel angeordnet?
  • Zeigen Sie den vollen Raum bzw. falls nicht, hätten Sie noch mehr vom Raum auf das Bild bekommen?

Was die Belichtung, Helligkeit, aber auch Kontrast, Sättigung, Bilddynamik, uvm. angeht, keine Sorge: Das lässt sich später noch in der Nachbearbeitung verbessern. Nutzen Sie doch einfach unsere Foto-Beautification. Hier wird es in Kürze auch möglich sein, stürzende Linien zu korrigieren.

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